YANCHUN 艳春

 

Die Engelsstimme aus China

Ob deutsche Klassiker wie „Die Lotosblume“ von Robert Schumann und „Allerseelen“ von Richard Strauss oder chinesische Volkslieder wie „Yangtze River“ und „Mein Mutterland“ – mit ihrer Engelsstimme öffnet Yanchun Wang Herzen. Singt sie, so schwingt etwas Wundersames durch Opernhäuser, Konzertsäle und Kirchen: Zärtlichkeit, Klarheit und Schönheit! „Ich habe durch mein Studium am Hamburger Konservatorium neue Techniken gelernt. Der Dirigent Klaus D. Jung hat mich inspiriert, meine Seele in die Stimme strömen zu lassen. Ohne Anstrengung, einfach von Herzen.“ Lassen Sie sich von ihr berühren und nach China entführen.

 


nächstes Konzert:

 

Der Klang von Ost und West

Klaus D. Jung mit Duo Sole, Kejia Xiong, Rui Xu und Yanchun im Konzert.

Samstag, den 22. November 2014 / 19:00  / Eintritt 23 Euro

Bürgerhaus Kratzmannscher Hof, Möllner Landstraße 22, Oststeinbek

 

 

 

 

BIOGRAPHIE

 

Yanchun Wang wäre beinahe Tischtennisprofi geworden, sie fing erst mit 20 an zu singen.

Als Tochter von Fabrikarbeitern wird Yanchun Wang als Jüngste von vier Geschwistern in Jining geboren. Wegen ihres sportlichen Talents besucht sie als Kind eine Spezialschule für Tischtennisprofis. Doch mit 18 Jahren schafft sie den Sprung in die chinesische Nationalmannschaft nicht und verdient nach der Schule als Arbeiterin in einer Kohlefabrik ihren Lebensunterhalt. Mit Anfang 20 singt auf einer Firmenfeier zum ersten Mal vor Publikum. Tosender Applaus! Ein Kollege ermutigt sie, etwas aus ihrer Stimme zu machen. Tagsüber arbeitet sie weiterhin in der Fabrik, abends nimmt sie Gesangsstunden bei einem Musik-Grundschullehrer.

„Meine Karriere als Profi-Tischtennisspielerin scheiterte, doch Tischtennis spielte

in meinem Leben immer eine wichtige Rolle.

Pingpong – mein Türöffner!“

Die schweren Aufnahmebedingungen schrecken sie ab, sich an Musikhochschulen zu bewerben. Doch eine zufällige Begegnung mit einem früheren Tischtennislehrer im Bus verändert ihr Leben: Ihr ehemaliger Lehrer arbeitet inzwischen an der pädagogischen Universität Qufu als Büroleiter: „Ich habe gehört, wie wundervoll du singen kannst. Warum bewirbst du dich nicht bei uns? In diesem Jahr gibt es einen nationalen Studentensportwettbewerb. Wir brauchen Studenten wie dich, die gut Pingpong spielen.“ Yanchun Wang traut sich nicht. Einige Wochen später bekommt sie einen Anruf von der Universität. Ihre Noten im Gesang sind gut, in Theorie aufgrund ihrer mangelnden Musikerfahrung schlecht; doch durch ihre sportliche Extrabegabung schafft sie die Aufnahmeprüfung im Studiengang Gesang.

„Ich habe hart gearbeitet,

nicht weil ich auf die Bühne wollte,

sondern weil ich eine bessere Lehrerin

werden wollte.“

Für das Studium an der renommierten Universität Qufu muss Yanchun Wang sich mehr anstrengen als alle anderen. Sie studiert zusammen mit Musikprofis, doch sie selbst hat bisher lediglich Gesangsstunden bei einem Grundschullehrer genommen. Während des Studiums bildet sie sich außerdem in Peking, Shanghai und an der Zentralen Musikhochschule weiter, wird Musiklehrerin und später Dozentin und Professorin für Gesang. „Die Engelsstimme“ gewinnt zahlreiche Gesangswettbewerbe sowie einen Fernsehcontest und wird als „beste Lehrerin“ von der Stadt Qingdao ausgezeichnet.

 

 

„Ich liebe Deutschland!“

Ohne ein Wort Deutsch im Gepäck kommt die Chinesin 2003 nach Deutschland und schafft mit knapp 40 die Aufnahmeprüfung am renommierten Hamburger Konservatorium. Nebenbei arbeitet sie als Tischtennislehrerin in Hamburg. Sie geht während der Ferien als Musiklehrerin nach China, um auch damit ihr Studium in Deutschland zu finanzieren. „Am Hamburger Konservatorium habe ich sehr viel gelernt, eine ganz neue Technik.“

 

Heute lebt Yanchun Wang gemeinsam mit ihrem Mann, einem deutschen Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, in Norderstedt. Er war es, der sie dazu ermutigte, auch in ihrer neuen Heimat Konzerte zu geben. Er meldete sie beim Frauenchor Norderstedt von 1986 e. V. an. Sie probt und singt noch immer einmal die Woche mit ihren norddeutschen Freundinnen. Die sind nicht nur von ihrer Stimme begeistert, sondern auch von ihren chinesischen Teigtaschen.

 

Gemeinsam mit dem Dirigenten Klaus D. Jung tritt sie nun auch in Deutschland mit eigenem Programm auf. Also Dozenten coachen sie darüber hinaus Opern- und Theatersänger an Chinas renommiertesten Musikhochschulen. „Ich selbst habe so klein angefangen und mir die Musik selbst erarbeitet, daher habe ich einen sehr pragmatischen Ansatz.“